Körperregionen
Neurodermitis auf der Kopfhaut und Haarausfall: Unsere Erfahrung und was uns wirklich geholfen hat
Es gibt diesen Moment beim Friseur, den wir beide zur Genüge kennen. Der Kamm bleibt an einer offenen Stelle hängen, es zieht, wir zucken zusammen und versuchen, es nicht zu zeigen. Und dann kommt fast immer dieselben Ratschläge: Wir sollten mal ein neues Shampoo ausprobieren, das besser ist für die Kopfhaut. Wir sollten es mal mit Olivenöl probieren. Oder mit Babyshampoo. Gut gemeint, das wissen wir. Nur haben wir das alles schon ausprobiert und es hilft einfach nicht. In diesem Erfahrungsbericht erzählen wir, wie sich Neurodermitis auf unserer Kopfhaut angefühlt hat, warum uns die gut gemeinten Ratschläge aus unserem Umfeld manchmal mehr belastet als geholfen haben und was uns letztlich zu ruhigerer Haut gebracht hat.

Kristin Eifler
30.08.2026

In diesem Artikel
Warum die Suche nach dem richtigen Shampoo für uns ein Marathon ohne Ziel war: Wir teilen ehrlich, was wir alles auf unserer Kopfhaut probiert haben und wo für uns die Grenze all dieser Mittel lag.
Offene Wunden am Kopf und die Sache mit den gut gemeinten Tipps: Warum „probier’s doch mal mit Olivenöl“ für uns keine Lösung war und wie anstrengend dieses ständige Erklären wurde.
Haarausfall bei Neurodermitis auf der Kopfhaut: Was wir von anderen Betroffenen gehört haben, hat uns zu denken gegeben.
Die eine Frage, die für uns alles verändert hat: Sie klingt einfach, aber sie ist der Moment gewesen, an dem wir aufgehört haben, uns im Kreis zu drehen.
Warum die Kopfhaut manchmal nur der Bote ist: Wir erzählen, wie wir gelernt haben, unseren Körper anders zu verstehen.
Wie wir langfristig einen Weg gefunden haben, bei dem sich unsere Kopfhaut von innen beruhigen konnte: Ohne, dass wir jeden Morgen mit Sorge in den Spiegel schauen mussten.
In diesem Beitrag
Neurodermitis auf der Kopfhaut: Warum die Suche nach dem richtigen Mittel so verzweifelt wird
Wenn die Kopfhaut brennt, juckt und schuppt, ist der erste Reflex völlig verständlich. Man geht dorthin, wo man die Symptome sieht und spürt. Das kennen wir sehr gut.
Wir hatten Neurodermitis am ganzen Körper, und die Kopfhaut war lange einer der Bereiche, an denen es besonders quälend war. Der Juckreiz kam oft nachts, dieses Kratzen, ohne dass man es merkt, und morgens dann die Schuppen und manchmal auch Blut auf dem Kopfkissen. Stellen hinter den Ohren und am Ansatz, die einfach nicht abheilen wollten, egal was wir aufgetragen haben.
Zu Beginn haben wir alles ausprobiert, was uns empfohlen wurde:
medizinische Shampoos aus der Apotheke
Teebaumöl und Kokosöl direkt auf der Kopfhaut
Aloe Vera Gel für den Juckreiz
selbstgemachte Spülungen mit Apfelessig oder schwarzem Tee
verschiedene Tinkturen, die speziell für gereizte Kopfhaut gedacht sind
Manche Mittel haben tatsächlich für ein paar Tage Erleichterung gebracht. Der Juckreiz wurde schwächer, die Schuppen weniger. Und dann kam der nächste Schub. Nicht, weil die Mittel schlecht waren, sondern weil wir irgendwann gemerkt haben, dass sie uns nicht langfristig helfen würden.
Offene Wunden am Kopf und die Sache mit den gut gemeinten Tipps
Was uns auf der Kopfhaut am meisten zugesetzt hat, waren offenen, juckenden Stellen. Wunden, die durch das Kratzen in der Nacht entstanden sind und am nächsten Morgen brannten, sobald Wasser oder Shampoo darüber lief. Kämmen wurde zu einer Vorsichtsübung. Man tastet sich vor, weiß nie ganz genau, wo es diesmal wehtun wird.
Und dann kommt der Friseurbesuch. Beim Kämmen zusammenzucken, ohne dass jemand fragt, warum. Oder gefragt zu werden und erklären zu müssen, was mit dem eigenen Kopf los ist, während man eigentlich nur in Ruhe die Haare geschnitten haben wollte. Fast immer kam derselbe Ratschlag von der Friseurin: Es liegt bestimmt am Duschbad. Wir sollen es mit Olivenöl versuchen, mit Babyshampoo, mit irgendetwas Sanfterem. Diese Tipps waren nie böse gemeint, aber niemand versteht, wie frustrierend es ist, immer wieder die gleichen nicht funktionierenden Ratschläge zu bekommen. Und es hat uns immer wieder gezeigt, wie wenig verstanden wurde, was auf unserer Kopfhaut eigentlich passiert. Denn es ging bei uns nie um das Duschbad.
Was wir selbst nicht erlebt haben, aber immer wieder von anderen Betroffenen mit Neurodermitis auf der Kopfhaut gehört haben, ist Haarausfall. Aber wir wissen aus vielen Gesprächen, wie sehr genau das manche Menschen zusätzlich belastet, wenn zur entzündeten Kopfhaut auch noch dünner werdendes Haar dazukommt. Wenn man morgens erst schauen muss, welche Frisur die kahlen Stellen am besten überdeckt, oder ob eine Mütze nicht doch die bessere Wahl ist. Und je mehr wir darüber gehört haben, desto mehr hat uns interessiert, wie diese beiden Dinge eigentlich zusammenhängen.
Die Frage, die für uns alles verändert hat
Irgendwann haben wir aufgehört zu fragen: „Welches Mittel könnten wir noch probieren?“ Stattdessen haben wir uns eine andere Frage gestellt: „Warum produziert unser Körper überhaupt immer wieder diese Entzündungen auf der Kopfhaut, egal was wir von außen versuchen?“
Das war kein spektakulärer Moment
Es war eher ein kleines Eingeständnis, dass das, was wir bisher gemacht haben, offenbar nicht ausreichte.
Die Kopfhaut ist der Bote, nicht die Ursache
Was wir mit der Zeit verstanden haben: Die Haut ist der Ort, an dem wir es sehen. Aber sie ist nicht der Ort, an dem es entsteht. Salben und sanfte Shampoos können in akuten Momenten Erleichterung bringen, und in Übergangsphasen hatten sie auch bei uns weiter ihren Platz. Aber bei uns waren sie nicht das, was wirklich geholfen hat.
Was wir über Neurodermitis auf der Kopfhaut und den Zusammenhang mit Haarausfall verstanden haben
Das, was uns wirklich einen anderen Blick gegeben hat, war das Verständnis für unser Nervensystem. Das System, das steuert, in welchem Zustand unser Körper sich befindet und dabei im Wesentlichen zwischen zwei Zuständen wechselt.
Aktionsmodus: Wenn der Körper im Dauerbetrieb hängt
Im Aktionsmodus ist der Körper darauf ausgelegt, zu funktionieren, zu reagieren, durchzuhalten. Das ist erstmal nichts Schlechtes: Wenn gerade etwas zu bewältigen ist, sei es beruflicher Druck, eine schwierige Situation oder einfach ein Tag mit zu viel auf einmal, ist es sinnvoll, dass der Körper seine Energie genau dorthin lenkt. Das, was von außen gerade bewältigt werden muss, hat in diesem Moment Vorrang.
Das Problem beginnt, wenn der Körper aus diesem Zustand nicht mehr herausfindet. Wenn Stress zum Grundrauschen wird, Tag für Tag, Nacht für Nacht, ohne dass es noch eine konkrete Situation ist, die bewältigt werden muss. Innere Regenerationsprozesse werden heruntergefahren. Das Immunsystem läuft dauerhaft überaktiv und produziert Entzündungen. Die Verdauung arbeitet nicht mehr optimal, Nährstoffe kommen schlechter an. Die Energie bleibt dort, wo sie der Körper gerade am dringendsten vermutet, und das ist selten der Aufbau von Haut oder Haar.
Genau hier liegt aus unserer Sicht die Verbindung zum Haarausfall, den wir bei anderen Betroffenen immer wieder beobachtet haben. Wenn der Körper dauerhaft unter Anspannung steht, priorisiert er. Und Haarwachstum gehört für ihn nicht zu den dringendsten Prozessen. Wenn Ressourcen knapp sind, fließen sie zuerst dorthin, wo der Körper sie im Moment am nötigsten hält. Hautregeneration und Haarwachstum landen dann ganz weit unten auf der Liste. Die Haarfollikel bekommen nicht mehr das, was sie brauchen.
Vom Kampf zurück in die Regeneration
Im Regenerationsmodus passiert das Gegenteil von dem, was wir oben beschrieben haben. Der Körper kommt zur Ruhe. Er lenkt die Energie wieder nach innen. Aufbau- und Reparaturprozesse stehen wieder im Fokus.
Bei uns hat sich das vor allem an den Wunden auf der Kopfhaut gezeigt. Sie hörten irgendwann auf, ständig neu aufzubrechen. Der Juckreiz wurde weniger, dann irgendwann fast nicht mehr spürbar. Kein einzelner Trick hat das für uns verändert. Es war eher ein anderer Blick auf uns selbst. Was hält uns eigentlich innerlich in diesem Dauerbetrieb? Welche Muster laufen bei uns unbewusst, welche Themen halten uns wach, welche Dinge machen uns Druck, ohne dass wir es aussprechen? Das klingt vielleicht weit weg von einer entzündeten Kopfhaut. Aber genau das war für uns der Schlüssel zu einer gesunden Haut.
Bitte lass deine Shampoos und Salben nicht einfach weg
Wir teilen hier unseren Weg. Dabei möchten wir eines klarstellen. Das bedeutet nicht, dass du morgen alle Mittel für die Kopfhaut weglassen sollst. Für viele sind sie in der akuten Phase eine wichtige Unterstützung und was war bei uns und den Menschen die wir begleiten durften auch so.
Es ging bei uns nie darum, äußere Ansätze zu verteufeln. Es ging darum, im Inneren so viel zu verändern, dass die Kopfhaut irgendwann nicht mehr auf diese Unterstützung angewiesen war. Mit der Zeit hat sich genau das bei uns gezeigt. Unsere Kopfhaut hat sich beruhigt, die offenen Stellen kamen immer seltener zurück. Und wir haben auch von einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehört, bei denen sich mit der Zeit sogar wieder mehr Haare zeigten, wo vorher weniger waren.
Begleitung macht den Unterschied
Wichtig ist aus unserer Erfahrung, dass so ein Weg begleitet gegangen wird. Wir haben lange allein herumprobiert, und genau das hat uns sehr viel Zeit gekostet. Der Zusammenhang zwischen dem, was sich innerlich abspielt, und dem, was auf der Kopfhaut sichtbar wird, ist individuell und komplex. Ohne einen roten Faden bleibt man oft an einzelnen Puzzleteilen hängen, statt das ganze Bild zu sehen.
Fazit: Bei Neurodermitis auf der Kopfhaut und Haarausfall lohnt sich der Blick nach innen
Wenn die Kopfhaut brennt und offene Stellen einfach nicht heilen wollen, ist es das Naheliegendste, dort nach der Lösung zu suchen, wo man das Problem sieht. Wir haben das jahrelang gemacht, und wir verstehen jeden, der genau da gerade steht. Auch die frustrierenden, nicht funktionierenden Tipps von Außenstehenden kennen wir zur Genüge. Was sich für uns verändert hat, war kein neues Shampoo, keine neue Tinktur, kein neues Öl. Es war die Erkenntnis, dass unsere Kopfhaut einfach nur das Zeichen war, dass unser Körper im Inneren nicht in Balance war. Wenn du wissen möchtest, wie unser Weg konkret aussah, dann melde dich gerne zu unserem kostenlosen digitalen Neurodermitis-Informationsabend an. Dort zeigen wir dir Schritt für Schritt, was hinter unserem Ansatz steckt, was wir selbst erlebt haben und warum wir überzeugt sind, dass langfristige Hautgesundheit von innen heraus möglich ist.

Bereit, die tieferen Ursachen zu verstehen?
Wenn du wissen willst, warum Cremes alleine nicht die Lösung sind, und du mehr über unseren Selbstheilungsweg lernen möchtest, melde dich gerne zu unserem nächsten kostenlosen und digitalen Neurodermitis Informationsabend an.

